Unsere nächsten Vorträge

11.06.2013, Charlotte-Vorbeck-Haus Klosterstraße 18a 77723 Gengenbach
Organspende rettet Leben
20.06.2013, Gesundes Kinzigtal GmbH Strickerweg 3d 77716 Haslach
Zecken- Blutsauger mit Risikopotenzial
04.07.2013, Gesundes Kinzigtal GmbH Strickerweg 3d 77716 Haslach
Gesunder Schlaf und Schlafstörungen

Strategien gegen die Herbstdepression

Wenn die Tage kürzer werden, sich das Grün der Bäume färbt, hat das oft Auswirkungen auf die Psyche. Aber jeder Mensch verarbeitet anders. Der eine freut sich auf lange Abende mit Freunden oder dem Partner, genießt Spaziergänge durchs herbstliche Laub; der andere zieht sich zurück, verfällt in eine traurige Grundstimmung. Der Volksmund nennt es Herbstdepression. Nervenarzt Dr. med. Horst E. Michalek weiß dazu mehr. Die Fragen stellte Patrick Merck.

Herr Dr. Michalek, warum reagieren wir teilweise so sensibel auf die Umstellung von Sommer auf Winter?

Eine genaue wissenschaftliche Erklärung für die sogenannte saisonale Depression gibt es noch nicht. Wir gehen jedoch davon aus, dass mangelndes Tageslicht eine Ursache ist. Das natürliche Licht beeinflusst unter anderem unsere innere Uhr und reguliert die Bildung von Melatonin, einem Hormon, das unsere Müdigkeit beeinflusst. Außerdem steht es in direktem Zusammenhang mit der Serotoninproduktion. Serotoninmangel führt unter Umständen zu Konzentrationsstörungen, Essstörungen, Gewichtszunahme, Erschöpfungs- und Angstzuständen sowie Depressionen.

Lässt sich diese Umstellung positiv beeinflussen?

Vorbeugend und hilfreich ist jegliche Aktivität bei Licht – etwa ein mindestens einstündiger Spaziergang täglich. Denn selbst ein bedeckter Himmel weist mehr Helligkeit auf, als es eine künstliche Lichttherapie zu erreichen vermag. Die Lichttherapie, im Herbst vorbeugend eingesetzt, schützt viele Patienten vor einem Rückfall in die Depression. In schweren Fällen wird man allerdings um eine zusätzliche medikamentöse antidepressive Therapie nicht herumkommen.

Ist eine saisonale Depression gefährlich?

Sie kann es werden, wenn sie alle Symptome einer schweren Depression aufweist. Sie also mit Leistungseinbruch, Isolation, Rückzugsneigung und Selbsttötungsgefahr einhergeht. Eine saisonale Depression weist allerdings zwei Besonderheiten auf: statt Appetitlosigkeit mit Gewichtsverlust droht eher Hunger auf Kohlehydrate und Süßes, verbunden mit Gewichtszunahme, und statt Schlaflosigkeit tritt ein vermehrtes Schlafbedürfnis auf, wobei der Schlaf oft ohne Erholungswert ist.

Was tue ich, wenn die saisonale Verstimmung nicht verschwinden will?

Eine positive Nachricht vorweg: die Herbst-Winter-Depression endet auf jeden Fall im Februar oder März. Oft folgt auf sie eine leichte Hochstimmung im Frühjahr. Außerdem hat man die wichtigste vorbeugende und helfende Maßnahme selbst in der Hand – jeden Tag eine Stunde bei Tageslicht laufen. Aktivität und Licht – beides brauchen wir und beides tut gut. Bewegung ist eine der wichtigsten Maßnahmen in der Behandlung jeder Depression. Deswegen legen wir von Gesundes Kinzigtal soviel Wert darauf. Zusätzlich lassen sich Medikamente nutzen, auch Johanniskraut in standardisierter Form mag hilfreich sein – ausgenommen natürlich Marcumar-Patienten! Darüberhinaus hat Gesundes Kinzigtal spezielle Angebote wie „Psycho Akut“ und „Besser gestimmt – die Depression im Griff“, fragen Sie ihren Arzt danach.