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Sicher, sauber, lecker: Trinkwasser aus dem Schwarzwald

Es ist eine Selbstverständlichkeit: Wird ein Wasserhahn in der Wohnung aufgedreht, kommt frisches, sauberes Wasser heraus. Dass es so ist, dafür sorgen im Hintergrund viele Menschen, aber auch die Natur selbst.

Still ruht der See in der kalten Januarluft. Leichte Nebelschwaden ziehen über ihn hinweg. Es ist die einzige Bewegung. Hier fahren keine Ruderboote, hier wird weder gesegelt, geangelt oder gebadet – selbst im Hochsommer. Der Stausee Kleine Kinzig bei Reinerzau dient allein der Trinkwasserversorgung. Er ist damit der einzige seiner Art in Baden-Württemberg. Von hier erhalten fast alle Kommunen im Mittleren Kinzigtal ihr Trinkwasser – entweder fast komplett wie Fischerbach und Hornberg, oder zusätzlich zu Wasser aus eigenen Quellen und Tiefbrunnen.

Foto: MerckEs geht um Veredelung

Gespeist wird der im Dezember 1982 fertiggestellte Stausee größtenteils durch Teufelsbächle, Kleine Kinzig und Huttenbächle, aber auch viele kleinere Zuläufe und Quellen sowie Regen füllen den etwa drei Kilometer langen See: „Zusammen ergibt das etwa 20 Millionen Kubikmeter pro Jahr“, rechnet Maik Zinser, Geschäftsführer des Zweckverbands Wasserversorgung Kleine Kinzig (WKK) vor.

Damit aus dem Wasser in der Talsperre Trinkwasser im Sinne der Trinkwasserverordnung wird, muss es aufbereitet werden. Auch wenn bereits das sogenannte Rohwasser, also das unbehandelte Wasser aus dem See, bei Maik Zinser die Augen leuchten lässt. „Wir haben eine hervorragende Rohwasserqualität“, sagt er und lächelt. Trotzdem läuft es durch verschiedene Filter und Anlagen, bevor es als Trinkwasser im Netz landet. Und untersucht wird es ebenfalls ständig – sowohl von externen Einrichtungen als auch im eigenen Labor.

„Wir wollen und müssen schließlich sicher sein, dass unser Trinkwasser in Qualität und Güte den gesetzlichen Anforderungen entspricht, und das auch dokumentieren“, sagt Margret Sommer, die stellvertretende Laborleiterin.  „Wir veredeln das Wasser“, nennt Zinser den Weg des Rohwassers durch die Anlagen der WKK. Dabei wird es mehrmals und mit unterschiedlichen Filtraten gefiltert, aufgehärtet und erhält eine Ozonung, bei der es zu einer Inaktivierung eventuell vorhandener Mikroorganismen kommt Zu guter Letzt wird das Wasser desinfiziert und fließt in eine der beiden Trinkwasserkammern, um von dort seinen Weg ins 220 Kilometer lange Leitungsnetz anzutreten.

Sicherheit geht vor

Blick ins Labor der ZVWKK

Ganz gleich, ob das Trinkwasser über die WKK geliefert oder von den heimischen Stadtwerken gespeist wird: Es muss hohen Qualitätsanforderungen genügen. Dass dem so ist, dafür sorgen die jeweiligen Wassermeister mit ihren Teams. In Gengenbach ist das Martin Schuler. Der gelernte Gas-Wasserinstallateur hat diese Position seit 1997 inne. Daher kann er auch mit Bestimmtheit sagen: „Die Wasserqualität hat sich in den vergangenen Jahren nicht verändert – sie ist gleichbleibend hoch.“

Die Wasserversorgung in Gengenbach wird über vier eigene Tiefbrunnen im Tal gesichert, von denen zwei als Reserve dienen. „Reines Schwarzwaldwasser“, schwärmt Schuler. „Sehr weich und mild.“

In Haslach ist Wassermeister Franz- Josef Schweiß bereits seit 1988 zuständig, wenn es um das Leitungswasser geht. Die Hansjakobstadt hat eigene Quellen im Mühlenbacher Kirchenwald, deren Wasser in zwei Stufen aufbereitet wird und mit dem circa 60 Prozent des Verbrauchs gedeckt sind. Auch hier ist alles im grünen Bereich, versichert Schweiß: „Unser Rohwasser hat eine hervorragende Qualität.“

Der Rest wird über die Wasserversorgung Kleine Kinzig bezogen – die Übergabestelle befindet sich unterhalb des Betriebsgebäudes der Stadtwerke. Von dort fließt das Haslacher Wasser zum Hochbehälter Hochkreuz, dem zentralen Verteiler.

Dokumentation ist Pflicht

Die Ergebnisse der regelmäßigen Untersuchungen des Trinkwassers, die jeder Wasserversorger machen muss, sind veröffentlichungspflichtig. So ist dann auch schwarz auf weiß nachzulesen, welche Werte an welchen Entnahmestellen gemessen, und ob Grenzwerte eingehalten wurden.

„Das untersuchte Trinkwasser entspricht in vollem Umfang den Vorgaben der Trinkwasserverordnung. Es ist hygienisch einwandfrei, genusstauglich und rein“, heißt es etwa in den aktuellen Prüfberichten des Schwarzwaldwasser-Labors aus Bühl über das Trinkwasser, das in Haslach und Gengenbach aus der Leitung kommt. Mehr dazu - und zur möglichen Belastung mit Nitraten und Co. - finden Sie hier.

Preiswerter Durstlöscher

Eine normale Ein-Liter-Flasche stilles Mineralwasser kostet – je nach Marke, Supermarkt und Angebot – zwischen 30 und 80 Cent. Für einen Kubikmeter Trinkwasser – also 1000 Liter, die frei Haus geliefert werden – zahlt man im Kinzigtal zwischen 1,99 und 2,70 Euro: Das ist weniger als ein Cent pro Liter.

Von Risiken und Nebenwirkungen

Bei der Einnahme von Medikamenten ist Leitungswasser auch die erste Wahl, sagt Fachärztin Dr. med. Carmen Ramm aus Hornberg. Überhaupt sollten Arzneimittel so eingenommen werden, wie es der Arzt verschrieben hat, lautet ihr Rat. Mehr dazu lesen Sie hier.


Dank an Stadtwerke Gengenbach, Stadtwerke Haslach und Wasserversorgung Kleine Kinzig.

Text: Patrick Merck