Aikido ist eine sehr junge, ethisch hoch entwickelte Kampfkunst aus Japan. Der heute 85-jährige Nobuyuki Watanabe aus Tokio war Schüler des Aikido-Begründers und hat dessen Kampfkunst mit seinem eigenen Wissen als Körpertherapeut kombiniert. Daraus entwickelte sich eine Trainingsform, bei der Gelenkbelastung und Körperverschleiß minimiert werden. Im Aikido werden Wurf- und Falltechniken ebenso erlernt wie eine effektive Selbstverteidigung. Das Training beinhaltet viele Atem-, Streck- und Dehnübungen, die zu einer frei beweglichen, aufrechten und stabilen Körperhaltung beitragen. Der Körper, die Muskeln und das Bindegewebe werden elastisch, weich und geschmeidig gehalten, das Selbstbewusstsein wird gestärkt. Die Knochen- und Gelenkstruktur des Körpers wird auf eine organische Art dazu gebracht, sich in der eigenen Vertikallinie zur organisieren und damit zu einer natürlich aufrechten Körperhaltung beizutragen. Mit dieser Art des Trainings werden weiche, starke Körperstrukturen aufgebaut, ohne die Muskeln zu verhärten oder die Gelenke steif werden zu lassen.

Ich trainiere seit 1999 regelmäßig Aikido, bin seit 2003 Schüler von Sensei Nobuyuki Watanabe und nehme regelmäßig an Lehrgängen teil. 2009 bereiste ich Japan und erhielt 2016 von meinem Aikido-Meister den 4. Dan (Schwarzgurt) verliehen. 2013 kehrte ich in meine kinzigtäler Heimat zurück und gebe seither Kurse als AIKIDO-Lehrer. Als freiberuflicher Gesundheitspraktiker wende ich in meiner Praxis in der Haslacher Kirchgasse 2 die Bowentechnik für Behandlungen an. Seit 2014 bin ich Kooperationspartner von Gesundes Kinzigtal.

Mein Hauptaugenmerk im Training liegt auf der Körperhaltung in der Bewegung. Es ist eine große Kunst, auf die eigene Körperhaltung und Körperausrichtung zu achten, während man mit einem Angreifer umgeht. Doch genau dadurch wird eine Kraft erzeugt, die mit Stärke im Sinne von Bizeps nichts zu tun hat. Im Aikido liegt das Geheimnis darin, dem Angreifer im richtigen Moment entgegenzutreten und ihm dabei gleichzeitig auszuweichen. Ihn damit aus dem Gleichgewicht zu bringen und seinen Körper verletzungsfrei und sicher zu werfen oder zu fixieren. Das hängt ganz vom Tempo und vielleicht auch vom Trainingsstand des Angreifers ab. Durch die gleichzeitige Achtsamkeit auf meinen eigenen Körper lerne ich, wie ich gut mit meinem Trainingspartner umgehen kann. Denn: wer andere verletzt ist weder Kampfkünstler noch Sportler! Die große Kunst des Aikido besteht gerade darin, den physischen Kampf zu vermeiden. Je mehr Selbstsicherheit und Gelassenheit ich einem möglichen Angreifer entgegen bringe, desto weniger Provokation biete ich seinem Ego - und je eher wird er von einem Angriff absehen. Mein AIKIDO-Training beinhaltet sehr viel Fall-Schule, das gute, sichere und weiche Fallen ebenso wie das Wieder-Aufstehen. Es dauert zwar in aller Regel eine Weile, bis die entsprechenden Bewegungsabläufe trainiert sind, dafür steigt mit der Fertigkeit auch der Spaßfaktor exorbitant.

Helmut Rachl

 

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