Bestimmte Arbeiten an dem Patienten wie die spezifische körperliche Untersuchung ohne die direkte Anwesenheit des Arztes gehören nicht zu den klassischen Aufgaben einer Medizinischen Fachangestellten, kurz MFA. Sie sind Sache des Arztes. Dabei wäre es eine Entlastung, wenn er manche Routinetätigkeit an eine Fachkraft abgeben könnte. Und das ist möglich, wenn die MFA eine Weiterbildung zur Nicht-ärztlichen Praxisassistentin abgeschlossen hat. Als NäPa darf sie all das. Lena Braig ist eine der ersten MFA, die diese Weiterbildung in der Gesundheitsakademie Kinzigtal absolviert haben. Seitdem unterstützt die 22-Jährige ihren Chef, Hausarzt Marcus Auel, stärker als es ihr vorher möglich war.

Unter anderem übernimmt sie im Rahmen der sogenannten delegierbaren ärztlichen Leistungen selbstständig Hausbesuche, „bei denen der direkte Arztkontakt nicht medizinisch notwendig ist.“ Das bedeute allerdings nicht, dass Lena Braig allein auf sich gestellt sei, macht Marcus Auel, Facharzt für Innere Medizin, klar: „Wenn sie unterwegs ist, bin ich immer in der Praxis telefonisch erreichbar.“ Das gibt sowohl ihr Sicherheit, aber auch dem Arzt.

„Das ist eine gute Sache“, resümiert Marcus Auel. Die Delegation von Aufgaben an seine Mitarbeiterin eröffnet dem Mediziner mehr Zeit für Patienten in der Praxis. „Und es verschafft mir Freiraum.“

Ein halbes Jahr oder 271 Stunden Unterricht hat die Qualifizierung zur NäPa gedauert. Die Einheiten waren meist en bloc freitags und samstags. „Toll war, dass die Ausbildung in Hausach angeboten wurde. Ansonsten gibt es sie nur in Stuttgart, und das wäre viel zeitaufwändiger gewesen“, sagt Lena Braig. Gern hätte sie früher mit der Weiterbildung begonnen: „Aber drei Jahre Berufserfahrung sind Pflicht.“

Die Zeit bis dahin hat sie nicht als Wartezeit verstreichen lassen. Sie hat sie genutzt, „um sich zur Wundexpertin ausbilden lassen“, berichtet Marcus Auel, der sich erkennbar über das Engagement seiner Mitarbeiterin freut.

Nächste NäPa-Ausbildung startet im Januar

Beim ersten Ausbildungslehrgang zur Näpa an der Gesundheitsakademie haben neun MFA die Qualif zierung geschafft, berichtet deren Leiterin, Janina Stunder. Neben Lena Braig war mit Ida Fink aus Zell a.H. eine weitere Teilnehmerin aus dem Kinzigtal erfolgreich. Am 19. Januar 2018 beginnt der nächste Lehrgang.

Text und Foto: Patrick Merck

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