Die Lage von pflegenden Angehörigen

Wissenschaftliches Institut der AOK liefert aktuellen Bericht

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Wenn Pflege zur Daueraufgabe wird

Der Bericht „Zur Lage pflegender Angehöriger – Ergebnisse einer bundesweiten Befragung unter Berücksichtigung regionaler Unterschiede“ gibt einen umfassenden Einblick in die Lebenssituation von rund 1.500 pflegenden Angehörigen in Deutschland. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass die Übernahme von Pflegeaufgaben für viele Betroffene mit erheblichen körperlichen, psychischen und finanziellen Belastungen verbunden ist.

Alltag im Spagat zwischen Job und Pflege

Besonders herausfordernd ist die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf: Viele Angehörige reduzieren ihre Arbeitszeit oder geraten in Konflikte zwischen beruflichen Anforderungen und der häuslichen Versorgung.

Ein genauer Blick auf die Pflegenden

Auffällig ist zudem die ungleiche Verteilung der Pflegearbeit: Nach wie vor übernehmen überwiegend Frauen diese Verantwortung. Gerade im ländlichen Raum zeigt sich eine hohe Belastung in der Altersgruppe der 50- bis 64-Jährigen, die mit einem Anteil von 46,3 % den größten Teil der pflegenden Angehörigen ausmacht. Gleichzeitig sind rund zwei Drittel der Befragten täglich in die Pflege eingebunden – oft über viele Jahre hinweg.

Warum Hilfe oft ungenutzt bleibt

Obwohl verschiedene Unterstützungsangebote wie Kurzzeit- oder Tagespflege zur Verfügung stehen, werden diese bislang nur selten genutzt. Die Gründe sind vielfältig: Häufig fehlt es an Informationen über bestehende Angebote, aber auch persönliche Vorbehalte, organisatorische Hürden oder der hohe Aufwand bei der Antragstellung spielen eine Rolle. Hinzu kommen Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Regionen sowie zwischen Ost- und Westdeutschland, die den Zugang zu Unterstützung zusätzlich beeinflussen.

Zeit für echte Entlastung

Insgesamt macht der Bericht deutlich, welch zentrale Rolle pflegende Angehörige im deutschen Pflegesystem einnehmen – und wie dringend sie stärker entlastet werden müssen. Genau hier setzt das Projekt „Hilfe in Sicht (HiS)“ der GESUNDES KINZIGTAL GmbH an: Es entwickelt gezielt Ansätze, um die Belastung zu reduzieren und Unterstützungsangebote besser zugänglich und nutzbar zu machen.

Weitere Informationen zum Projekt und seinen Fortschritten lesen Sie auch in unserem Newsbeitrag zum "Welttag der Pflege".

Ihre Ansprechpartnerin in der Abteilung Forschung und Entwicklung

Gwendolyn Schmitt

Forschung und Entwicklung
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